Internationales Hanns Eisler Stipendium

Internationales Hanns Eisler Stipendium

Das Composer-in-Residence-Programm in der Geburtswohnung Hanns Eislers ist als solches europaweit einzigartig. Im Mittelpunkt des Programms steht das Internationale Hanns-Eisler-Stipendium der Stadt Leipzig, das im Kern einen Kompositions- und Studienaufenthalt für eine Komponistin oder einen Komponisten umfasst. Dieser Aufenthalt findet einmal im Jahr parallel zum Sommersemester (jeweils ab April für fünf Monate) der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig statt.

Mit dem Composer-in-Residence-Programm der Stadt Leipzig und des Eisler-Haus Leipzig e.V. soll eine Plattform geschaffen werden, die sich der Weiterentwicklung und Förderung Neuer Musik widmet. Dabei sollen nicht nur Kompositionen entstehen. Der Frage, in welche Richtung sich zeitgenössische Musik heute bewegt, soll dabei ebenfalls nachgegangen werden.

Die Person Hanns Eislers eignet sich in geradezu idealer Weise als Identifikationsfigur, spiegelt sein zerrissenes Leben doch die ideologischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts: Als Vertreter der Zweiten Wiener Schule gehörte Eisler zu den bedeutenden Wegbereitern zeitgenössischer Musik. Als Kommunist kämpfte er mit künstlerischen Mitteln gegen den Nationalsozialismus. Als Jude musste er in die USA emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er in ein Europa zurück, das erst wieder zu Freiheit und Menschlichkeit zurückfinden musste.

Die Stipendiaten des Composer-in-Residence-Programms sind sich bewusst, in welcher Tradition und Konnotation Hanns Eislers Leben und Werk stehen.  Mittelpunkt ihres Schaffens ist dementsprechend eine Kunst, die sich zur Realität ins Verhältnis setzt, Gegensätzen nachspürt, Brücken baut und Menschlichkeit und Freiheit in sich trägt.

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